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Der Kurzfilm TWO HANDS zeigt die Lebensrealitäten 26 junger Menschen in Berlin. Vom Gymnasium in Zehlendorf bis zum Jugendclub in Berlin-Moabit. In persönlichen Geschichten erfahren wir, wie es sich anfühlt, heute jung zu sein. Wenn die Zukunft zum Greifen nah ist – und doch irgendwie ungewiss erscheint.
Dabei erfahren wir viel – und sehen wenig. Denn die Kamera zeigt keine Gesichter, sondern jeweils zwei Hände. Mal fragend und zweifelnd, mal wild gestikulierend, lustig, laut.
»Wer braucht schon Millionen von Euro? Das braucht niemand.«
Was treibt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an? Was macht ihnen Spaß – und was Sorgen? Wie erleben sie Chancenverteilung in unserer Gesellschaft? Was wünschen sie sich und was nervt sie? Ist die Zukunft für sie etwas, das in ihren Händen liegt?
Unerhört, junge Menschen in Deutschland
Fragen über Fragen – an eine Zielgruppe, die zu selten gehört wird: Kinder und Jugendliche. Denn auch aufgrund des demografischen Wandels werden junge Menschen politisch oft überhört und übersehen. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani bringt es in einem Interview mit der taz auf den Punkt: »Die Jungen haben den Eindruck, dass Politik und Gesellschaft sich nicht um sie scheren.« Doch was erfahren wir von ihnen und über sie, wenn wir mal richtig zuhören?
Fernreisen, Traumautos, Gelnägel, mehr Bäume
Die Wünsche der Protagonist*innen zeigen einen Querschnitt durch und durch. Hier geht’s um Fernreisen und gute Jobs, um Gelnägel und Traumautos, um ein Wiedersehen mit der Familie im Iran, um mehr Bäume und mehr Frauenrechte. Oder auch mal: um einen Sessel zum Chillen.
»Eine schöne Wohnung mit Sessel und ich kann da mein Leben lang chillen.«
Behutsam entfaltet sich eine vielschichtige Annäherung an die Themen Klassismus und sozioökonomische Ungleichheit. Ohne Anklage zeichnet der Film das Bild einer Gesellschaft, in der die (soziale) Herkunft über Chancen und Perspektiven entscheidet. Zugleich vermittelt er Hoffnung: Denn der anonyme Projektaufbau – zwei Hände in einem Pappkarton, mehr nicht – schafft Raum für Fantasie, kreative Ideen, Mut und Humor.
Was heißt eigentlich soziale Herkunft?
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Gemeint sind hier die soziokulturellen Werte und Normen, in die jemand hineingeboren wird. Im Klartext: das Umfeld, der Bildungsgrad und die Bildungsbiografie der Eltern, jedoch auch Sprache, Interessen, Werte und Lebensstile, die im Elternhaus vermittelt werden. Die soziale Herkunft hat (leider noch immer) einen hohen Einfluss auf den Bildungserfolg, die Berufswahl und das Einkommen.
Klasse… was? Kurze Erklärung von Klassismus
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Klassismus ist, neben Sexismus und Rassismus, die dritte große Diskriminierungsform, die für Ungleichheit in einer Gesellschaft sorgt. Definiert wird hier die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder der sozialen und ökonomischen Position. Hier geht’s also nicht nur um die Frage, wie viel Geld jemand zur Verfügung hat, sondern auch darum, welchen Status sie oder er hat und in welchen finanziellen und sozialen Verhältnissen er oder sie aufgewachsen ist.
Wer und was steckt dahinter?
TWO HANDS entstand auf Initiative von Fondament. Ausgangspunkt war der Kurzfilm HÄNDE, den die Filmemacher*innen Verena Brakonier, Jivan Frenster und Greta Granderath 2021 in Hamburg realisierten. In diesem Film gingen sie mit einem mobilen Filmstudio auf die Straße und untersuchten die Frage, ob sich Klassenherkunft und soziale Zugehörigkeit an den Händen ablesen lassen: Armut oder Reichtum, Arbeits- und Lebensweisen, Zugang zu Geld und Kultur.
Inspiriert von diesem Ansatz entwickelte Fondament die Idee weiter: Wie lassen sich die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen, wenn man ihren Erzählungen zuhört, ohne ihre Gesichter zu zeigen? Auf Grundlage eines ersten Konzeptentwurfs und einer inhaltlichen Weiterentwicklung des ursprünglichen Formats beauftragte Fondament Verena Brakonier, Greta Granderath und Jivan Frenster mit der Entwicklung eines neuen Films.
In enger Zusammenarbeit entstand so TWO HANDS. Gedreht haben wir den Film mit 26 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 23 Jahren an fünf ganz unterschiedlichen Berliner Bildungsorten von Zehlendorf bis Moabit.
»Einfach mal die Perspektive ändern« – Josefine Cox über den Film TWO HANDS
Das Filmprojekt möchte einen lebensechten Diskurs ermöglichen – über die Perspektiven junger Menschen in Deutschland. Denn oft wird zwar über sie gesprochen – doch nicht mit ihnen. Hier erklärt Fondament-Gründerin Josefine Cox die Hintergründe des Filmprojekts.
Was würden eure Schüler*innen dazu sagen?
TWO HANDS im Klassenzimmer: Habt ihr als Institution Interesse an einem Screening? Gern könnt ihr den Film TWO HANDS mit der Klasse anschauen – und gemeinsam über Themen wie Klassismus und soziale Herkunft diskutieren. Schreibt uns gern: kontakt@fondament.de
Kritische Auseinandersetzung mit Klassismus – Aktivitäten für außerschulische Bildung
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Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder sozialen Position – 11 Aktivitäten für die schulische und außerschulische politische Jugend- und Erwachsenenbildung
Mit der vorliegenden Handreichung stellt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Informationen und praktische Aktivitäten zur Verfügung, um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen über Klassismus ins Gespräch zu kommen. Es geht darum, einen Einstieg in die kritische Auseinandersetzung zu ermöglichen. Wir sind uns bewusst, dass du für deine praktische Bildungsarbeit einiges mehr an Lese- und Reflexionsarbeit leisten musst – der Link für die die Handreichung kann nur einen ersten Einblick bieten.
Hier der Link zur Publikationsreihe „GEKONNT HANDELN“ des bpb um eine Handreichung zur kritischen Auseinandersetzung mit Klassismus:
https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/6973_gh_klassismus_online_bf_260402.pdf
Hier findest du den Film auch mit englischen Untertitel
Danke an alle, die ihre Hände, Gedanken und Geschichten mit uns geteilt haben …
Aesche, Anna, Donya, Gregory, Imalaika, Isabel, Jannat, Jannes, Joseph, Kevin, Khalid, Knut, Layla, Leni, Liam, Mira, Monika, Nico, Nicolai, Pascal, Paula, Rubi, Sophia, Soraya, Yessine und Zeynep.
TWO HANDS
Ein Film von Verena Brakonier, Jivan Frenster und Greta Granderath
Produziert von Fondament
Regie: Verena Brakonier, Jivan Frenster und Greta Granderath
Kamera & Schnitt: Jivan Frenster
Tonmischung: Studio Lärm
Farbkorrektur: Louise "Lou” Temmesfeld
Technische Beratung: Johannes Förster
Englischer Untertitel: Annika Scharm
Vielen Dank für die Unterstützung:
DROSTE-HÜLSHOFF-GYMNASIUM, BERLIN-ZEHLENDORF
Juliane Stappenbeck, Robin Miska und Elisabeth Bielagk-John
NÜRTINGEN-GRUNDSCHULE, BERLIN-KREUZBERG
Katja Virkus, Antje Jessa, Markus Schega und Susan Kayser
Ralf Gilb, Tabea Witt, Alke Wierth, Lorena Ludwig,
Anne Garten und Paula Kunze
EV. KLUBHEIM FÜR BERUFSTÄTIGE E.V., BERLIN
Ruth Weisgerber
Omar El- Khatib, Marek Marczynski, Melanie Burk und Najib Friedrich
Und ein Dank für die Bereitstellung von Räumen:
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